Summen und Saldenliste verstehen – Grundlage für Ihre Finanzsteuerung
Ob Bankgespräch, Liquiditätsplanung oder Investitionsentscheidung: Die SuSa ist weit mehr als ein reines Buchhaltungsdokument.
Was ist eine Summen- und Saldenliste?
Die Summen- und Saldenliste (SuSa) ist eine systematische Aufstellung aller Konten Ihres Unternehmens mit deren Anfangsbeständen, Zu- und Abgängen sowie Endbeständen in einem bestimmten Zeitraum.
Kurz erklärt
Die SuSa zeigt Ihnen auf einen Blick die Bewegungen auf jedem Ihrer Geschäftskonten – von Bankkonten über Forderungen bis zu Verbindlichkeiten.
Warum ist die SuSa wichtig?
- Grundlage für BWA und Bilanz – Die SuSa ist die Basis aller weiteren Auswertungen
- Fehlerprüfung – Unstimmigkeiten in der Buchhaltung werden sichtbar
- Bankgespräche – Banken fordern die SuSa für Kreditprüfungen
- Steuerprüfung – Das Finanzamt nutzt sie zur Plausibilitätsprüfung
Aufbau & Struktur einer Summen- und Saldenliste
Die SuSa gliedert sich typischerweise in folgende Spalten:
| Spalte | Bedeutung |
|---|---|
| Kontonummer | SKR-Nummer des Kontos (z.B. 1200 für Bank) |
| Kontobezeichnung | Name des Kontos (z.B. "Bankkonto Sparkasse") |
| Anfangsbestand | Saldo zu Beginn des Zeitraums |
| Soll-Summe | Summe aller Soll-Buchungen |
| Haben-Summe | Summe aller Haben-Buchungen |
| Endbestand | Saldo am Ende des Zeitraums |
Die wichtigsten Kontenbereiche
Aktiva (Vermögen)
- • Anlagevermögen (Maschinen, Gebäude)
- • Umlaufvermögen (Bank, Kasse, Forderungen)
- • Vorräte & Waren
Passiva (Kapital)
- • Eigenkapital
- • Verbindlichkeiten
- • Rückstellungen
Die SuSa richtig interpretieren
Eine SuSa zu lesen ist mehr als nur Zahlen anzuschauen. Hier sind die wichtigsten Kennzahlen und Auffälligkeiten:
Liquidität prüfen
Schauen Sie sich die Entwicklung Ihrer Bankkonten an:
Bank Anfangsbestand:
€45.000
Bank Endbestand:
€52.000
✓ Positive Entwicklung – Liquidität verbessert sich
Forderungen überwachen
Steigen Ihre Forderungen kontinuierlich, ohne dass Zahlungseingänge erfolgen, deutet das auf Zahlungsprobleme hin.
Warnsignal: Hohe Forderungen
Wenn Forderungen >30% des Jahresumsatzes erreichen, sollten Sie Ihr Mahnwesen überprüfen.
Praxisbeispiel: SuSa-Analyse eines Handwerksbetriebs
Schauen wir uns einen realen Fall an:
Situation:
Ein Elektrobetrieb mit 8 Mitarbeitern hat folgende Entwicklung in der SuSa:
Forderungen
€85.000
+30% vs. Vormonat
Bank
€12.000
-40% vs. Vormonat
Verbindlichkeiten
€45.000
Fällig in 14 Tagen
Diagnose: Liquiditätsengpass droht
Kunden zahlen nicht, Bank sinkt, aber Verbindlichkeiten stehen an.
Lösung: Factoring
€85.000 Forderungen verkaufen → sofort €75.000 Liquidität. Problem gelöst.
Fazit: Die SuSa als Ihr Frühwarnsystem
Die Summen- und Saldenliste ist kein trockenes Buchhaltungsdokument, sondern ein mächtiges Steuerungsinstrument. Wer sie regelmäßig analysiert, erkennt Probleme frühzeitig und kann gegensteuern.
Unsere Empfehlung:
- SuSa monatlich mit Steuerberater besprechen
- Forderungen & Verbindlichkeiten im Auge behalten
- Bei Liquiditätsengpässen frühzeitig Factoring oder Leasing nutzen
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