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Summen und Saldenliste verstehen – Grundlage für Ihre Finanzsteuerung

Ob Bankgespräch, Liquiditätsplanung oder Investitionsentscheidung: Die SuSa ist weit mehr als ein reines Buchhaltungsdokument.

Paul Weber 12. Dezember 2025 14 min
BWA Buchhaltung Finanzsteuerung

Was ist eine Summen- und Saldenliste?

Die Summen- und Saldenliste (SuSa) ist eine systematische Aufstellung aller Konten Ihres Unternehmens mit deren Anfangsbeständen, Zu- und Abgängen sowie Endbeständen in einem bestimmten Zeitraum.

Kurz erklärt

Die SuSa zeigt Ihnen auf einen Blick die Bewegungen auf jedem Ihrer Geschäftskonten – von Bankkonten über Forderungen bis zu Verbindlichkeiten.

Warum ist die SuSa wichtig?

  • Grundlage für BWA und Bilanz – Die SuSa ist die Basis aller weiteren Auswertungen
  • Fehlerprüfung – Unstimmigkeiten in der Buchhaltung werden sichtbar
  • Bankgespräche – Banken fordern die SuSa für Kreditprüfungen
  • Steuerprüfung – Das Finanzamt nutzt sie zur Plausibilitätsprüfung

Aufbau & Struktur einer Summen- und Saldenliste

Die SuSa gliedert sich typischerweise in folgende Spalten:

Spalte Bedeutung
KontonummerSKR-Nummer des Kontos (z.B. 1200 für Bank)
KontobezeichnungName des Kontos (z.B. "Bankkonto Sparkasse")
AnfangsbestandSaldo zu Beginn des Zeitraums
Soll-SummeSumme aller Soll-Buchungen
Haben-SummeSumme aller Haben-Buchungen
EndbestandSaldo am Ende des Zeitraums

Die wichtigsten Kontenbereiche

Aktiva (Vermögen)

  • • Anlagevermögen (Maschinen, Gebäude)
  • • Umlaufvermögen (Bank, Kasse, Forderungen)
  • • Vorräte & Waren

Passiva (Kapital)

  • • Eigenkapital
  • • Verbindlichkeiten
  • • Rückstellungen

Die SuSa richtig interpretieren

Eine SuSa zu lesen ist mehr als nur Zahlen anzuschauen. Hier sind die wichtigsten Kennzahlen und Auffälligkeiten:

Liquidität prüfen

Schauen Sie sich die Entwicklung Ihrer Bankkonten an:

Bank Anfangsbestand:

€45.000

Bank Endbestand:

€52.000

✓ Positive Entwicklung – Liquidität verbessert sich

Forderungen überwachen

Steigen Ihre Forderungen kontinuierlich, ohne dass Zahlungseingänge erfolgen, deutet das auf Zahlungsprobleme hin.

Warnsignal: Hohe Forderungen

Wenn Forderungen >30% des Jahresumsatzes erreichen, sollten Sie Ihr Mahnwesen überprüfen.

Praxisbeispiel: SuSa-Analyse eines Handwerksbetriebs

Schauen wir uns einen realen Fall an:

Situation:

Ein Elektrobetrieb mit 8 Mitarbeitern hat folgende Entwicklung in der SuSa:

Forderungen

€85.000

+30% vs. Vormonat

Bank

€12.000

-40% vs. Vormonat

Verbindlichkeiten

€45.000

Fällig in 14 Tagen

Diagnose: Liquiditätsengpass droht

Kunden zahlen nicht, Bank sinkt, aber Verbindlichkeiten stehen an.

Lösung: Factoring

€85.000 Forderungen verkaufen → sofort €75.000 Liquidität. Problem gelöst.

Fazit: Die SuSa als Ihr Frühwarnsystem

Die Summen- und Saldenliste ist kein trockenes Buchhaltungsdokument, sondern ein mächtiges Steuerungsinstrument. Wer sie regelmäßig analysiert, erkennt Probleme frühzeitig und kann gegensteuern.

Unsere Empfehlung:

  • SuSa monatlich mit Steuerberater besprechen
  • Forderungen & Verbindlichkeiten im Auge behalten
  • Bei Liquiditätsengpässen frühzeitig Factoring oder Leasing nutzen

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